Vorteile des gebisslosen Reitens

Andrea Eschbach

Pferde fühlen sich sichtlich wohler als mit der Trense, gehen gelöster vorwärts und dehnen sich besser beim reiten. Wenn wir unseren Pferde ein Bitless Bridle hinhalten, senken sie den Kopf und schlüpfen von alleine rein: ein deutliches Zeichen, dass es ihnen dabei gut geht. Wir kennen viele Pferde, die beim auftrensen den Kopf weit in die Höhe strecken, damit man ja nicht die Trense einlegen kann.

Die gebisslos ausgebildeten Pferde sind meist ganz fein zu reiten. Es wird in der Ausbildung sehr darauf geachtet, dass Pferde mit dem ganzen Körper des Reiters gelenkt werden, also nicht nur mit der Hand über die Zügel. Das heisst besondere Aufmerksamkeit verdienen die Bewegungen aus der Körpermitte wie beim Centered Riding nach Sally Swift und ein dosierter Einsatz der Beine, Unterschenkel und Füssen. Ein so ausgebildetes Pferd kann auch ohne Zügel z.B. nur mit einem Halsring geritten werden. (Siehe dazu den Artikel in Cavallo/März 2010.)

Pferde haben keine Schmerzen im Maul, selbst wenn der Reiter mal fester am Zügel ziehen muss. Bei den Bitless Bridles ist eine 3-Punkt-Druckverteilung aufs Genick, auf der Seite und den Ganaschen gegeben. Für das Pferd ist es so einfacher, die Hilfen des Reiters zu verstehen.

Hat ein Pferd z.B. eine Trense im Maul, wird automatisch im Gehirn der Reflex Stehen bleiben und kauen ausgelöst. Es ist dies die Information: Essen ist im Maul. Für das Pferd ist es deshalb unnatürlich, weiterzugehen. In der Fachsprache nennt man dies „neurologische Konfusion“.